WZL - Pressemitteilung

 

WGP Standpunktpapier Industrie 4.0 soll Unternehmen aufwecken

Das Standpunktpapier Industrie 4.0 der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik (WGP) ist am Donnerstag auf dem Kongress „Produktionsforschung 2016“ in Berlin an Staatssekretär Dr. Georg Schütte vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) übergeben worden.

Der WGP Standpunkt soll ein Weckruf für die Unternehmen sein, die sich noch nicht ausreichend mit Industrie 4.0 beschäftigen, weil sie die Dringlichkeit noch nicht spüren und die Potenziale nicht erkannt haben. Produktionstechnikern in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) soll klar vermittelt werden, was den Kern von Industrie 4.0 ausmacht. Industrie 4.0 ist keineswegs nur ein kurzer Hype. Die digitale Vernetzung der Wertschöpfung ist für alle Produktionsverantwortlichen eine Revolution die sie nicht verpassen dürfen. Kleine und mittlere deutsche Unternehmen aus dem Produktionsbereich sind gegenüber Industrie 4.0 noch zu zurückhaltend. Teilweise werden Chancen unterschätzt, Risiken hingegen eher überschätzt. Kosten, Fachkräftemangel und Datensicherheit sind u.a. häufig genannte Gründe für das Zögern vieler KMU.


Bildunterschrift: Überreichung des WGP-Standpunktes Industrie 4.0 an Staatssekretär Dr. Georg Schütte (BMBF) im Rahmen des Kongresses "Produktionsforschung 2016" in Berlin
(v.l.n.r Prof. Günther Schuh, Prof. Eberhard Abele, Dr. Georg Schütte, Prof. Gunther Reinhart)
Fotohinweis: Frau Gerda Kneifel / WGP

Das eigentlich Revolutionäre sei zudem nicht die Digitalisierung: „Werkzeugmaschinen sind bereits seit 20 Jahren digitalisiert“, betont Prof. Günther Schuh, Geschäftsführender Direktor des Werkzeugmaschinenlabors WZL an der RWTH Aachen und einer der Hauptautoren des Standpunktpapiers. Das eigentlich Revolutionäre sind aus Sicht der WGP-Forscher die Möglichkeiten, die sich aus der Vernetzung technischer Systeme in Echtzeit ergeben. Die dabei anfallenden immensen Datenmengen lassen sich jedoch nur dann mit unternehmerischem Nutzen auswerten, wenn ein „hinreichend genaues“ Abbild relevanter Daten geschaffen werden kann – der Digitale Schatten. „Und genau das ist das Schlüsselloch, durch das produzierende Unternehmen hindurch müssen“, gibt Schuh zu bedenken. „Doch darüber wurde bisher kaum geredet. Mit unserem Standpunktpapier erhalten produzierende Unternehmen nun eine Roadmap, wie sie durch diese Engstelle hindurch Schritt für Schritt zum Nordstern Industrie 4.0 kommen. Und diese Reise ist für kleine und mittlere Unternehmen genauso zu meistern wie für große Konzerne.“
Der WGP-Standpunkt wurde von Prof. Thomas Bauernhansl aus Stuttgart, Prof. Jörg Krüger aus Berlin, Prof. Gunther Reinhart aus München sowie Prof. Günther Schuh aus Aachen gemeinsam verfasst. Damit kann es als das Grundsatzpapier der deutschen Produktionswissenschaft zum Thema Industrie 4.0 gelten.

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